Wer heiratete Gauhar-Schad?
Schāh Ruch heiratete Gauhar-Schad .
Gauhar-Schad
Gauhar-Schad (auch Gouhar-Schad, persisch گوهر شاد, DMG Gauhar-i Šād, ‚frohes/heiteres Juwel‘; † 31. Juli 1457) mit dem Titel Agha war eine bemerkenswert einflussreiche Frau des Timuriden-Herrschers Schah-Ruch (reg. 1405–1447), dem sie drei Töchter und drei Söhne gebar, darunter der vielseitig begabte Prinz Bāisonqur (1397–1433) und der „Astronomensultan“ Ulugh-Beg (reg. 1447–1449). Zusammen mit ihren Brüdern und anderen Verwandten hatte sie einen entscheidenden politischen und kulturellen Einfluss auf die Geschichte der timuridischen Dynastie.
Gauhar-Schad, deren Vater Giyath ad-Din Tarchan unter Timur (reg. 1370–1405) als Emir gedient hatte, war zwar nicht die Hauptfrau Schah-Ruchs, stand dem Herrscher aber besonders nahe und beeinflusste ihn (sowie Bāisonqur) bei seinen politischen Entscheidungen. Auch als ihr Gemahl 1444/45 erkrankte und 1447 letztlich verstarb, mischte sie sich in die Staatsgeschäfte ein. Nachdem Ala ad-Daula sie und ihre Anhänger am 30. April 1447 aus der Gefangenschaft bei Abd al-Latif ibn Ulugh-Beg (reg. 1449–1450) befreit hatte, griff sie gemeinsam mit ihren Verwandten, darunter vor allem die sog. Tarchan-Emire, zu Gunsten ihres Enkels Ala ad-Daula und dessen Sohnes Ibrahim in die Thronfolge ein. Auch wenn ihr damit kein bleibender Erfolg beschieden war, hatte sie in dem auf Schah-Ruchs Tod folgenden Jahrzehnt großen Einfluss auf die Politik und herrschte de facto über das Timuridenreich. 1456/57 versuchte Gauhar-Schad zwischen den rivalisierenden Timuridenprinzen zu vermitteln. Da dies aber die damalige Dominanz der Emire des Regenten von Herat, Schah Mahmud ibn Abi l-Qasim Babur, bedrohte, ließ dieser seinen Ober-Emir Schir Haddschi den Großteil der Tarchan-Emire hinrichten. Als Ala ad-Daula daraufhin gegen Herat zog und Schah Mahmud und seine Anhänger die Flucht ergriffen, betraute Gauhar-Schad mit der Verteidigung der Stadt den Kadi Qutb ad-Din Anmad Imami, der Herat am 31. Mai 1457 widerstandslos an Ibrahim übergab. Bereits am 19. Juli fiel die Stadt jedoch an Sultan Abu Said (reg. 1451–1469), welcher Gauhar-Schad wegen ihrer Unterstützung für Ibrahim 1457 hinrichten ließ. Als Abu Said später von den Aq Qoyunlu gefangen genommen wurde, übergab ihn Uzun Hasan am 5. Februar 1469 an Gauhar-Schads Urenkel Yadgar Muhammad, der ihn aus Rache eigenhändig enthauptete.
Gauhar-Schad ist als große Förderin der persischen Literatur, Kunst und Architektur bekannt. An ihrem Hof wirkten ca. 100 persische Dichter (der „Herater Schule“), deren bedeutendster sicherlich Dschami ist. Auch die Dichterin Mehri Herawi wurde von ihr unterstützt. In der Baukunst ragt ihr Name zusammen mit dem ihres Sohnes Bāisonqur und dem des Baumeisters Qiwam ad-Din Schirazi hervor. So gab sie 1418 den Auftrag zur Errichtung der von ihr 1426 mit einer frommen Stiftung unterstützten Gauharschad-Freitagsmoschee von Maschhad und ließ in Herat von 1417 bis 1437/38 eine Musallā (oder Moschee) sowie einen Madrasa-Komplex erbauen, der sich zu einem bedeutenden Zentrum für Religion, Wissenschaft, Kunst und Kultur entwickelte und Herat zum Mittelpunkt der "timuridischen Renaissance" werden ließ. An diesen Komplex ist auch ihr 1432 vollendetes Mausoleum angeschlossen. Neben der Königin selbst wurden hier sieben Timuridenprinzen begraben, darunter Bāisonqur.
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Schāh Ruch
Schāh Ruch (شاهرخ میرزا Schahroch Mirza, DMG Šāhruḫ Mīrzā, * 20. August 1377; † 13. März 1447 in Rey) war ein Timuriden-Herrscher mit Sitz in Herat (Chorasan, heute Afghanistan).
Der vierte Sohn Timurs und dessen Konkubine Taghāy Tarkān Āghā war seit 1397 der Statthalter Chorasans, Sistans und Mazandarans. Als der Eroberer starb, brach unter seinen zahlreichen Söhnen und Enkeln ein Erbfolgestreit aus. Der von Timur noch selbst ausgewählte Nachfolger, Pir Muhammad, wurde 1405 durch Chalil, einen anderen Enkel Timurs, verdrängt. Der 21-jährige Chalil verfiel dann bald in Ausschweifungen, missachtete die Rangordnung bei Hofe und wurde von den Emiren abgesetzt, die an seiner Stelle Schāh Ruch als Herrscher anerkannten (1407).
Schāh Ruch zögerte die Auseinandersetzung mit dem Prinzen wegen der Feindseligkeit seines älteren Bruders Miran Schah, des Vaters von Chalil, hinaus (Miran Schah war nach einem Unfall wegen exzessiver Grausamkeit unter Vormundschaft seiner Söhne, aber immer noch im Amt). Schließlich besetzte er im Mai 1409 Samarkand und erreichte die Kapitulation seines Neffen, da er dessen Lieblingsfrau als Faustpfand hatte.
Schāh Ruch brach mit der Eroberungspolitik seines Vaters und wechselte mehrere Gesandtschaften mit Ming-China. Seine Politik sorgte für Kontinuität und baldigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Er verlegte seine Hauptstadt nach Herat und machte Persisch zur neuen „Staatssprache“. Er wurde zusammen mit seiner Frau Gauhar-Schad (1457 hingerichtet) ein humaner Förderer der persischen Literatur und Kunst, aber auch ein großer Bauherr. Herat (z. B. Musallā-Komplex 1417 ff.) und Samarkand (z. B. Ulugbek-Madrasa 1417/21, Schah-i Zinda-Komplex 1435 fertiggestellt) zählten zu dieser Zeit zu den schönsten Städten Asiens. Allerdings schwankt Schāh Ruchs Bewertung in der Geschichte etwas, denn es ist nicht klar, inwieweit Gauhar-Schad und drei besonders verdiente Beamte seine erfolgreiche Politik mitbestimmt haben.
Der Schah war für seine Frömmigkeit bekannt, trotzdem war er auch zur Kriegsführung fähig. Im April 1408 wurden die Timuridenfürsten Westpersiens von den Turkmenen der Schwarzen Hammel bei Täbris geschlagen und Schāh Ruchs älterer Bruder Miran Schah fiel. Hinzu kamen vereinzelte Revolten seiner zahlreichen Verwandten (1409, 1413/14), so dass Schāh Ruchs Oberherrschaft in Kerman, Isfahan und Schiras nie unangefochten war. Als die Turkmenen ihren Machtbereich weiter ausdehnten, musste sich Schāh Ruch für seine Verwandten einsetzen und führte 1420/21, 1429 und 1434 erfolgreich Krieg in Aserbaidschan. Nach seinem dritten Feldzug setzte er 1435 Dschahan Schah als neuen Turkmenenfürsten ein und bestätigte so deren Legitimität; jedoch behielt er die nominelle Oberherrschaft.
Der Schah starb auf einem Feldzug gegen einen seiner Enkel im Winterlager zu Rey. Sein Nachfolger wurde sein einziger noch lebender Sohn Ulug Beg (reg. 1447–49), der zuvor als Statthalter in Samarkand fungiert hatte und als Astronom berühmt war.
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